Ripple erweitert die Sicherheitsarbeit am XRP Ledger (XRPL). KI soll im Entwicklungsprozess unter anderem Code regelmäßig auf Angriffsflächen prüfen, Änderungen vor der Zusammenführung kontrollieren und mögliche Bedrohungen neuer oder bestehender Funktionen untersuchen. Die Systeme sollen außerdem ungewöhnliche Grenzfälle und Belastungsszenarien nachstellen, die sich manuell nur schwer erzeugen lassen.
Zusätzlich hat Ripple ein eigenes, KI-unterstütztes Red Team eingerichtet. Es untersucht den Code und das Zusammenspiel der Funktionen auch unter realitätsnahen Bedingungen. Dabei geht es laut Ripple besonders um Übergänge zwischen älteren Teilen des Systems und neueren Funktionen. Ergänzend setzt das Team auf Fuzzing und automatisierte Angriffstests, die sich an festgelegten Bedrohungsmodellen orientieren.
Das Red Team hat nach Angaben von Ripple bereits mehr als zehn Fehler entdeckt. Öffentlich offengelegt worden seien bisher ausschließlich Probleme mit geringer Schwere; alle gefundenen Fehler würden priorisiert und behoben. Ripple beschreibt die neuen Prüfungen als fortlaufende Arbeit, nicht als einmalige Kontrolle. Auch die Anforderungen an Änderungen am Code und an Protokollanpassungen sollen steigen.
Der XRP Ledger läuft seit 2012. Ripple zufolge hat das Netzwerk mehr als 100 Millionen Ledger verarbeitet und über 3 Milliarden Transaktionen ermöglicht. Das Unternehmen begründet die verstärkten Prüfungen mit der langen Entwicklungsgeschichte des Codes und dem wachsenden Umfang des Netzwerks. Neben Tests nennt Ripple auch die Modernisierung und bessere Abstimmung der Codebasis als Teil der Sicherheitsarbeit. Konkrete Angaben dazu, welche Änderungen bereits umgesetzt sind, enthält die Ankündigung nicht.
