In seiner Keynote stellte Elderson die Folgen des Sommers 2026 in den Mittelpunkt. Dieser sei der wärmste Sommer gewesen, der jemals in Westeuropa gemessen wurde. Schwere Dürren, Waldbrände und Wasserknappheit hätten Ökosysteme belastet und wirtschaftliche Abläufe gestört. Elderson verwies zudem auf außergewöhnlich niedrige Wasserstände in großen europäischen Flüssen, die Transport, Industrie und Energieproduktion beeinträchtigt hätten. Zehntausende zusätzliche Todesfälle seien in den Sommermonaten mit extremer Hitze in Verbindung gebracht worden.
Die Auswirkungen beträfen nicht nur Landwirtschaft und private Haushalte. Wasserknappheit könne ebenso die Fertigung, den Verkehr und die Energieversorgung treffen. Elderson betonte, dass Wälder, Böden, Flüsse, Feuchtgebiete und Meere Leistungen bereitstellten, auf die wirtschaftliche Tätigkeit angewiesen sei. Wenn solche Ökosysteme unter Druck gerieten, könnten die Folgen deshalb über einzelne Branchen hinausreichen. Klimawandel und Naturzerstörung seien damit nicht von der Wirtschaft getrennte Umweltthemen, sondern entwickelten sich zu einer gesamtwirtschaftlichen Frage.
Elderson verwies außerdem auf länger anhaltende wirtschaftliche Folgen extremer Wetterereignisse. Hitze könne die Arbeitsproduktivität senken, Dürren Landwirtschaft, Industrie und Verkehr beeinträchtigen und Überschwemmungen Infrastruktur beschädigen sowie die Produktion unterbrechen. Nach schweren Ereignissen könnten Investitionen aufgeschoben werden; die Wirtschaftsleistung könne noch Jahre später unter ihrem bisherigen Trend liegen. Auch Preise seien bereits betroffen: Elderson zufolge trugen hohe Temperaturen und niedrige Wasserstände im Sommer zu Störungen im europäischen Energiesystem und höheren Großhandelspreisen für Strom bei.
Für Zentralbanken und Aufsichtsbehörden leitet Elderson daraus die Aufgabe ab, Risiken besser zu erfassen und wirtschaftliche Verwundbarkeiten zu identifizieren. Dafür seien bessere Daten und Analysen nötig, um mögliche Folgen sorgfältig einzuschätzen und verhältnismäßig zu reagieren. Zugleich stellte er die Frage, wie Europa seine Widerstandsfähigkeit stärken und den grünen Umbau mit Wettbewerbsfähigkeit, Energiesicherheit und langfristigem Wohlstand verbinden kann. Investitionshindernisse seien dabei ebenfalls zu berücksichtigen.
