Philip R. Lane, Mitglied des EZB-Direktoriums, erläuterte die Änderungen an der Eurosystem-Repo-Fazilität für Zentralbanken (EUREP). Sie soll Notenbanken außerhalb des Euroraums bei Engpässen in der Euro-Liquidität unterstützen. Die EZB begründet die Bereitstellung solcher internationalen Liquiditätslinien damit, dass sie Belastungen an den Euro-Geldmärkten und Störungen grenzüberschreitender Finanzierungsströme abfedern können.
Das überarbeitete Regelwerk sieht grundsätzlich einen dauerhaften Zugang für alle Zentralbanken vor. Ausnahmen sind insbesondere bei Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung oder internationalen Sanktionen möglich. EUREP stellt Euro-Liquidität als Darlehen gegen hochwertige, auf Euro lautende Sicherheiten bereit. Die Mittel sind laut Lane ohne vorher festgelegte Verwendungsbeschränkungen nutzbar.
Einzelne Geschäfte laufen zwischen einem Tag und einer Woche; ihre Laufzeit kann verlängert werden. Der Zinssatz entspricht dem Hauptrefinanzierungssatz der EZB zuzüglich eines vom EZB-Rat festgelegten Aufschlags. Dieser soll den Charakter der Fazilität als Absicherung erhalten. Die Obergrenze liegt bei 50 Milliarden Euro je Zentralbank. Nach abgeschlossenem Onboarding können teilnehmende Notenbanken ab dem vierten Quartal 2026 auf EUREP zugreifen.
Mehr als dreißig Zentralbanken hatten in den sechs Monaten vor Lanes Ausführungen Interesse bekundet. Das Onboarding der ersten ausländischen Zentralbanken für die erweiterte Fazilität war Anfang Oktober abgeschlossen. Lane zufolge sollen die Liquiditätslinien vor allem bei Schocks oder Krisen genutzt werden; bereits ihre Verfügbarkeit könne jedoch Marktdruck verringern. Die EZB erwartet zudem, dass EUREP ausländische Zentralbanken zum Halten von Euro-Anleihen ermutigt und die Marktliquidität unterstützt. Das könnte laut Lane auch den Zugang zu Anleihen verschiedener Euroraum-Staaten erleichtern.
