Johnson & Johnson hat Ergebnisse einer Teilstudie der Phase-3-Studie PROTEUS veröffentlicht. Verglichen wurde eine radikale Prostatektomie allein mit einer Behandlung aus Apalutamid und Androgenentzugstherapie vor und nach dem Eingriff. Die zusätzliche Therapie wurde jeweils sechs Monate vor und nach der Operation eingesetzt. Die Untersuchung umfasste 408 Patienten mit neu diagnostiziertem, nicht metastasiertem Prostatakrebs mit hohem Risiko, die für eine Operation und eine systemische Therapie geeignet waren.
Der primäre Endpunkt war das ereignisfreie Überleben. Als Ereignis galten ein biochemisches Versagen, ein lokales oder regionales Wiederauftreten, Fernmetastasen oder der Tod. Nach einer medianen Nachbeobachtungszeit von 37,8 Monaten war das Risiko für Rückfall oder Tod in der Gruppe mit Apalutamid plus Hormontherapie laut Johnson & Johnson um 62 Prozent niedriger als nach einer Operation allein.
Auch beim metastasenfreien Überleben meldete das Unternehmen einen Vorteil: Das geschätzte Risiko für Metastasen oder Tod lag demnach um 51 Prozent niedriger. Zudem waren nach drei Jahren doppelt so viele Patienten in der Gruppe mit der zusätzlichen Behandlung noch ohne eine weitere Therapie wie in der Gruppe mit Operation allein. Für Patienten, die nur operiert wurden, lag das mediane ereignisfreie Überleben bei 19,1 Monaten.
Die Ergebnisse wurden beim ESMO-Kongress 2026 als Late-Breaking Abstract vorgestellt. Sie bauen auf den primären PROTEUS-Ergebnissen auf, die beim ASCO-Jahrestreffen 2026 präsentiert wurden. Das Manuskript zur Teilstudie wurde laut Johnson & Johnson zur Veröffentlichung in European Urology angenommen. Untersucht wurde dabei ausdrücklich der Vergleich mit einer Operation allein; die Mitteilung beschreibt die Anwendung von Apalutamid in diesem Behandlungsschema als investigativ.
