Bei den mittelständischen Unternehmen sank der Anteil derjenigen, die von einem restriktiven Verhalten der Banken berichteten, gegenüber dem Vorquartal um fast fünf Prozentpunkte auf knapp 36 Prozent. Bei Großunternehmen ging der Anteil um fast sechs Prozentpunkte zurück. Dort bewerteten noch gut 27 Prozent der befragten Firmen die Kreditvergabe als restriktiv. Die KfW-ifo-Kredithürde beruht auf den Konjunkturumfragen des ifo-Instituts und wird von der KfW nach Unternehmensgrößen und Wirtschaftsbereichen ausgewertet.
Die Nachfrage nach Darlehen entwickelte sich unterschiedlich. 30,6 Prozent der Großunternehmen sprachen im dritten Quartal mit Banken über einen Kredit. Das waren 3,1 Prozentpunkte mehr als im Vorquartal. Bei kleinen und mittleren Unternehmen waren knapp 19 Prozent an einer Kreditaufnahme interessiert. Der Anteil ging leicht zurück und erreichte den niedrigsten Stand seit Sommer 2021.
Als Grund für die anhaltende Zurückhaltung nennen mittelständische Unternehmen laut KfW vor allem den Wunsch, keine neuen Schulden aufzunehmen. Auch Unsicherheit über die wirtschaftliche Entwicklung spielt dabei eine Rolle. Hinzu kommen nach Einschätzung der KfW das Alter von Unternehmensinhabern und ungeklärte Nachfolgeregelungen, die ebenfalls gegen eine Kreditaufnahme sprechen können.
Die KfW führt die etwas leichteren Kreditverhandlungen unter anderem auf die Aussicht auf eine günstigere Wirtschaftslage zurück. Von einer breiten Lockerung der Kreditvergabe könne aber noch nicht gesprochen werden: Die Kreditbarrieren seien weiterhin hoch. Die KfW erwartet für das kommende Jahr ein Wirtschaftswachstum von 1,5 Prozent. Für eine durchgreifende Lockerung der Bankenpolitik sei jedoch eine anhaltende Aufschwungphase nötig.
