Die sechs METR-Mitarbeitenden erhalten Firmenhardware, Büroräume sowie Zugang zu internen Werkzeugen und Systemen von Anthropic. Ihr Informationszugang soll dem der eigenen Risikoprüfungsteams des Unternehmens vergleichbar sein. Andere METR-Beschäftigte werden von dieser Arbeit abgeschirmt, um Informationsweitergaben zu begrenzen. Anthropic kündigte die Zusammenarbeit am 15. Oktober 2026 an und ordnet sie den Zusagen im White House Accord on Super Intelligence zu, wonach Unternehmen mit unabhängigen externen Prüfern zusammenarbeiten sollen.
METR darf die Ergebnisse seiner Risikobewertungen veröffentlichen, ohne dass Anthropic die Veröffentlichung verhindern kann. Das Unternehmen kann jedoch verlangen, dass bestimmte Inhalte geschwärzt werden. Dazu zählen Kundendaten, Informationen aus anwaltlich geschützten Beziehungen sowie Details zur Modellarchitektur. Anthropic begründet externe Prüfungen damit, dass sich sicherheitsrelevante Informationen aus Gründen der Sicherheit und geschäftlicher Vertraulichkeit nicht vollständig öffentlich machen ließen.
Anthropic beschreibt drei Stufen für den Zugang externer Prüfer. In der ersten Stufe sind Untersuchungen eng begrenzt und Veröffentlichungen brauchen die Zustimmung des Unternehmens. Die zweite Stufe gewährt mehr Informationen und erlaubt Veröffentlichungen ohne vorherige Freigabe, wobei Schwärzungen verlangt werden können. Die dritte Stufe umfasst einen noch weitergehenden, mitarbeitendenähnlichen Zugang und vergleichbare Veröffentlichungsrechte. METR arbeitet derzeit auf dieser dritten Stufe.
Weitere externe Prüfungen laufen oder werden vorbereitet. SecureBio befindet sich laut Anthropic auf der ersten Zugangsstufe und prüft das Kapitel zu chemischen und biologischen Waffen im Risikobericht des Unternehmens vom August 2026. Eine Pilotprüfung eines früheren Berichts hat SecureBio bereits veröffentlicht. Mit Accenture und Faculty arbeitet Anthropic an einer umfassenderen Partnerschaft, die Modellbewertungen, Red-Teaming, Alignment-Prüfungen und Tests von Schutzmechanismen umfassen soll. Mit Hugging Face führt das Unternehmen erste Gespräche. Anthropic sieht den Ansatz als Möglichkeit, öffentliche Rechenschaft mit vertraulichem Zugang zu verbinden, und vergleicht ihn mit der Bankenaufsicht, bei der Prüfer innerhalb von Institutionen Risiken bewerten.
