Der Corporations Amendment (Digital Assets Framework) Act 2026 wurde am 1. April 2026 vom Parlament verabschiedet und erhielt am 8. April die Zustimmung des Generalgouverneurs. In Kraft tritt das Gesetz am 9. April 2027. Es sieht eine 18-monatige Übergangsphase vor. Danach soll ASIC Digital-Asset-Plattformen (DAPs) und Plattformen für tokenisierte Verwahrung (TCPs) lizenzieren, beaufsichtigen und die Einhaltung der Vorschriften durchsetzen.
ASIC plant, in der Übergangszeit mit der Branche über neue regulatorische Leitlinien und operative Standards zu beraten. Dazu gehören Vorgaben zur Verwahrung von Vermögenswerten, zum Handel und zur Abwicklung sowie finanzielle Anforderungen. Die Aufsicht will außerdem erläutern, wie das neue Gesetz angewendet wird und welche Unternehmen voraussichtlich eine Lizenz benötigen. Ein Branchenbeirat und Gespräche mit Beteiligten sollen in die Umsetzung einfließen.
Zu den erwogenen Handelsstandards zählen Regeln für einen fairen, geordneten und transparenten Plattformbetrieb sowie Anforderungen an die Ausführung von Aufträgen. ASIC nennt außerdem Transparenz vor und nach dem Handel, Zulassungskriterien für gelistete Vermögenswerte und die Überwachung von Handelsaktivitäten. Plattformen könnten etwa verdächtige Aktivitäten an ASIC melden und gegen Marktmissbrauch durch Nutzer vorgehen müssen. Weitere Themen sind die Widerstandsfähigkeit des Betriebs und verlässliche Abwicklungsverfahren.
Der Zugang zur bestehenden INFO-225-Ausnahme von bestimmten Lizenzanforderungen endet im Juni. Unternehmen müssen während der Reformphase die geltenden Lizenzvorschriften einhalten. ASIC will später Anträge auf Finanzdienstleistungslizenzen von DAP- und TCP-Betreibern entgegennehmen; während der Bearbeitung sollen diese unter regulatorischer Erleichterung weiterarbeiten können. Wann genau die Konsultationen, die Veröffentlichung der Leitlinien und die Antragsphase stattfinden, geht aus dem veröffentlichten Zeitplan nicht hervor.
