Die Empfehlung des Ausschusses für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Arzneimittel-Agentur betrifft Talquetamab, das unter dem Markennamen TALVEY angeboten wird. Johnson & Johnson teilte am 16. Oktober 2026 mit, dass der Ausschuss die Kombination mit Daratumumab zur Zulassung empfiehlt. Die Behandlung kann laut Empfehlung zusätzlich Pomalidomid umfassen. Eine Empfehlung des CHMP ist noch keine Zulassung durch die Europäische Kommission. Bei einer Zulassung wäre die Kombination nach Angaben des Unternehmens die einzige bispezifische Antikörper-Kombination, die GPRC5D adressiert und bereits ab der zweiten Therapielinie eingesetzt werden könnte.
In der Studie MonumenTAL-3 wurden TALVEY und Daratumumab mit oder ohne Pomalidomid mit Daratumumab, Pomalidomid und Dexamethason verglichen. Die 864 Teilnehmenden hatten mindestens eine vorherige Behandlung erhalten und waren zuvor Lenalidomid sowie einem Proteasom-Inhibitor ausgesetzt. Bei 85,1 Prozent war die Erkrankung gegenüber Lenalidomid refraktär; 93,4 Prozent waren refraktär gegenüber ihrer letzten Behandlung. 11,8 Prozent hatten zuvor einen Anti-CD38-Antikörper erhalten. Die mediane Nachbeobachtung betrug 24,6 Monate.
Nach 24 Monaten lag die Rate des progressionsfreien Überlebens bei 81,3 Prozent für Tal-DP, also Talquetamab, Daratumumab und Pomalidomid, und bei 77,6 Prozent für Tal-D ohne Pomalidomid. Für beide Kombinationen berichtet Johnson & Johnson statistisch signifikante Verbesserungen gegenüber der Vergleichsbehandlung: Die Hazard Ratios betrugen 0,28 für Tal-DP und 0,33 für Tal-D. Die Raten des Gesamtüberlebens nach 24 Monaten lagen bei 89,2 Prozent für Tal-DP und 87,9 Prozent für Tal-D.
Auch bei den Ansprechraten und der Tiefe des Ansprechens schnitten die beiden Kombinationen laut Unternehmensangaben statistisch signifikant besser ab als die Vergleichsbehandlung. Die Gesamtansprechrate betrug 88,2 Prozent für Tal-DP, 88,5 Prozent für Tal-D und 77,6 Prozent für die Vergleichsgruppe. Eine vollständige Remission oder besser erreichten 71,1, 68,9 beziehungsweise 34,5 Prozent. Die Anteile mit minimaler Resterkrankung und vollständiger Remission lagen bei 52,3, 46,3 und 15,9 Prozent.
