Arcot Scam Defense ergänzt Arcot by Broadcom um eine zweite Echtzeit-Prüfung für Zahlungen ohne physische Karte. Das System soll Fälle erkennen, in denen Karteninhaber durch Täuschung selbst Passwörter preisgeben oder eine zusätzliche Authentifizierung bestätigen. Solche Transaktionen können bestehende Risikomodelle als legitim einstufen, weil die Authentifizierung erfolgreich war.
Für die Prüfung wertet die Funktion laut Broadcom Transaktionsdaten, Geräteinformationen, früheres Verhalten und den Ablauf der Authentifizierung gemeinsam aus. Hinweise können etwa unterschiedliche Standorte oder Verhaltensmuster des Geräts beim Bezahlen und des Authentifizierungsgeräts sein. Auch eine verzögerte Eingabe eines Einmalpassworts, ein Wechsel der Authentifizierungsmethode oder eine große räumliche Entfernung zwischen den Geräten fließen ein. Über Drittanbieterlösungen kann zusätzlich geprüft werden, ob das Authentifizierungsgerät gerade ein aktives Telefongespräch führt.
Broadcom beziffert den Betrug im Zusammenhang mit erfolgreich abgeschlossenen Authentifizierungsprüfungen auf nahezu eine halbe Milliarde US-Dollar innerhalb der vergangenen zwölf Monate. In einem Pilotprojekt mit Daten aus einem vollständigen Monat hätte die Prüfung der obersten 1 Prozent erfolgreicher Authentifizierungen bei einem großen Kartenherausgeber nach Schätzung des Unternehmens Betrug im Wert von 4 Millionen US-Dollar verhindert. Die Erfolgsquote der Authentifizierung wäre dabei um 0,38 Prozentpunkte gesunken.
Die Funktion ist auf die 3-D-Secure-Zahlungsauthentifizierung ausgerichtet. Broadcom plant, Arcot Scam Defense um weitere Signale zu Karteninhabern und Geräten sowie eine Komponente zur Auswertung des bisherigen Authentifizierungsverhaltens zu erweitern.
