Die Ausfuhren nach Russland sanken gegenüber dem ersten Halbjahr 2021 um 73,1 Prozent auf 3,4 Milliarden Euro. Damals hatte Deutschland noch Waren im Wert von gut 12,7 Milliarden Euro dorthin geliefert. Die Zahlen beziehen sich auf das erste Halbjahr und vergleichen 2026 mit dem Zeitraum vor dem Angriff Russlands auf die Ukraine im Februar 2022.
Bei den Einfuhren hat sich auch die Zusammensetzung verändert. Im ersten Halbjahr 2026 kamen vor allem Nahrungs- und Futtermittel im Wert von 206,1 Millionen Euro nach Deutschland. Metalle machten 168,3 Millionen Euro aus, chemische Erzeugnisse 95,9 Millionen Euro. 2021 waren Erdöl und Erdgas mit 9,2 Milliarden Euro noch die mit Abstand größte Importgruppe; sie standen damals für 61,5 Prozent der Einfuhren aus Russland.
Auf der Exportseite entfielen im ersten Halbjahr 2026 pharmazeutische Erzeugnisse auf 1,5 Milliarden Euro beziehungsweise 42,4 Prozent der deutschen Lieferungen nach Russland. Maschinen stellten 11,1 Prozent und Nahrungs- und Futtermittel 10,5 Prozent. Vor fünf Jahren hatten Maschinen mit 3,0 Milliarden Euro oder 23,4 Prozent den größten Anteil; danach folgten Kraftwagen und Kraftwagenteile sowie chemische Erzeugnisse.
Auch bei Unternehmen gingen die Verflechtungen zurück. 2024 gehörten 76 Unternehmen in Deutschland zu einer russischen Muttergesellschaft, gegenüber 229 im Jahr 2021. Ihr Umsatz sank von knapp 25,4 Milliarden Euro auf 8,4 Milliarden Euro. Die Europäische Union hat seit dem Angriff Russlands 21 Sanktionspakete beschlossen. Diese schränken den Handel unter anderem durch Einfuhr- und Ausfuhrverbote für bestimmte Güter ein und begrenzen Russlands Zugang zu Kapital- und Finanzmärkten.
