Das in Atlanta ansässige Biotech-Unternehmen soll die Entwicklung des Impfstoffkandidaten vorantreiben. Der Vertrag knüpft an eine Entdeckung der CDC an. Die Partner wollen sowohl klinische als auch nicht-klinische Aspekte untersuchen. Dazu zählen laut Micron Biomedical mögliche Vorteile bei Zeitaufwand und Kosten für Entwicklung und Herstellung im globalen Maßstab. Angaben zum finanziellen Umfang des Vertrags machte das Unternehmen nicht.
Rotaviren sind nach Angaben von Micron Biomedical weltweit die häufigste Ursache für Durchfallerkrankungen mit tödlichem Ausgang bei Kindern unter fünf Jahren. Das Unternehmen nennt jährlich 200.000 Todesfälle. Bestehende orale Impfstoffe seien in Industrieländern wirksam; in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen könnten Mangelernährung und weitere Darminfektionen ihre Wirksamkeit deutlich verringern. Der geplante Impfstoff soll den Verdauungstrakt umgehen.
Micron Biomedical beschreibt die Verabreichung über die Haut als nadelfrei. Damit soll die Entwicklung eine Alternative zu Hürden schaffen, die das Unternehmen mit Spritzen und Kanülen verbindet, darunter Kühlbedarf, die Verabreichung durch medizinisches Personal und die Entsorgung spitzer Abfälle. Die Firma entwickelt Impfstoffe und Therapeutika mit mikroskopischen Strukturen, sogenannten Microarrays, die sich in den oberen Hautschichten auflösen. Der nun vereinbarte Kandidat ist ein abgeschwächter Lebendimpfstoff; Angaben zu einer möglichen Zulassung oder einem Zeitplan enthält die Vereinbarung nicht.
Die Zusammenarbeit folgt auf eine frühere klinische Untersuchung: Zu Beginn des Jahres startete laut Micron Biomedical eine erste Studie am Menschen mit einem inaktivierten, über die Haut verabreichten Rotavirus-Impfstoff. Das Unternehmen bezeichnete sie als erste klinische Studie der CDC zu einem Impfstoff dieser Verabreichungsart. Sie markierte zugleich den Beginn der Zusammenarbeit zwischen Micron Biomedical und der US-Regierung im Bereich Rotavirus. Der neue Vertrag betrifft die weitere Entwicklung eines anderen, abgeschwächten Impfstoffkandidaten.
