NVIDIA zufolge hat T-Mobile gemeinsam mit NVIDIA und Nokia in Bellevue im US-Bundesstaat Washington den weltweit ersten AI-RAN-Anruf in einem Live-Netz abgeschlossen. BT, Deutsche Telekom und Elisa kündigten AI-RAN-Pilotprojekte an. Dabei kommt Nokias anyRAN-Software auf dem NVIDIA Aerial RAN Computer zum Einsatz. BT bereitet Tests im Vereinigten Königreich vor, während Deutsche Telekom und Elisa bereits Versuche in ihren Netzen vorantreiben. Auch Orange soll Nokia-Software für Tests nutzen.
AI-RAN verbindet Mobilfunktechnik mit beschleunigter Rechenleistung, die auch Anwendungen und KI-Modelle ausführen kann. Die Betreiber verteilen diese Infrastruktur laut NVIDIA auf zentrale Rechenzentren, regionale Standorte und Mobilfunkstandorte. So sollen Modelle und Anwendungen näher an den Menschen, Unternehmen und Maschinen laufen, die sie nutzen. NVIDIA stellte zudem neue Konfigurationen des Aerial RAN Computer für Standorte mit hoher Kapazität vor.
Elisa hat nach Angaben von NVIDIA Europas ersten Feldversuch mit AI-RAN abgeschlossen. Auf einer beschleunigten Rechenplattform liefen dabei über 5G gleichzeitig Sprach-, Mobilfunkdaten- und Bildverarbeitung. Das Unternehmen setzt den Aerial RAN Computer an einem verteilten Netzwerkstandort ein und entwickelt Anwendungen für den Netzwerkrand. Orange nutzt die Plattform für Sprachdienste, darunter Echtzeitübersetzungen für Einsatz- und Außendienstkräfte. Die Deutsche Telekom erprobt AI-RAN mit Nokia und NVIDIA und demonstriert Anwendungen, bei denen ein Modell am verteilten Standort Roboter unterstützt.
In Europa, dem Nahen Osten und Afrika bauen oder erweitern neun Telekommunikationsanbieter NVIDIA-basierte Infrastruktur. Nokia und Cisco integrieren außerdem NVIDIA Nemotron-Modelle in Software für den autonomen Betrieb von Netzen. Die Ankündigungen umfassen damit sowohl Recheninfrastruktur als auch Anwendungen und Netzsteuerung. Wie weit die jeweiligen Tests in einen regulären Betrieb übergehen, geht aus den vorliegenden Angaben nicht hervor.
