Nach Angaben des Statistischen Bundesamts (Destatis) nahm der Auftragseingang im August 2026 gegenüber Juli kalender- und saisonbereinigt um 23,0 Prozent zu. Im Hochbau betrug der Zuwachs 12,4 Prozent, im Tiefbau 31,6 Prozent. Auch im weniger schwankungsanfälligen Dreimonatsvergleich zeigt sich ein Plus: Von Juni bis August lag der Auftragseingang 7,6 Prozent über den drei Monaten zuvor. Dabei stieg der Wert im Hochbau um 0,6 Prozent und im Tiefbau um 13,8 Prozent.
Im Vergleich zum August 2025 lag der reale, kalenderbereinigte Auftragseingang insgesamt 17,3 Prozent höher. Die Entwicklung unterschied sich zwischen den Sparten: Im Hochbau sank der Wert um 1,7 Prozent, während er im Tiefbau um 36,4 Prozent stieg. Nominal, also ohne Bereinigung um Preisveränderungen, lag der Auftragseingang 23,8 Prozent über dem Vorjahresmonat.
Der Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) führt den kräftigen Anstieg vor allem auf einzelne Großaufträge im Tiefbau zurück. Der Verband beziffert dessen Plus auf 43 Prozent und nennt Großaufträge in einzelnen Bundesländern, insbesondere in Bayern. Für den Wirtschaftstiefbau meldet der ZDB einen Zuwachs von 64 Prozent beziehungsweise 1,37 Milliarden Euro. Diese Angaben beziehen sich auf die Einordnung des Verbands; Destatis weist für den Tiefbau im Vorjahresvergleich ein Plus von 36,4 Prozent aus.
Der reale Umsatz im Bauhauptgewerbe stieg im August gegenüber dem Vorjahresmonat um 4,9 Prozent. Nominal erhöhte er sich um 10,1 Prozent auf 10,9 Milliarden Euro. Die Zahl der Beschäftigten lag mit rund 548.000 um 1,5 Prozent über dem Vorjahreswert. Die Angaben von Destatis beziehen sich auf Betriebe von Unternehmen mit mindestens 20 tätigen Personen. Der Verband verweist zudem darauf, dass der Wohnungsbau trotz höherer Aufträge nicht breit anziehe: In Bayern habe ein einzelner Großauftrag der Bundeswehr für Unterkunftsgebäude den Vorjahresvergleich stark beeinflusst.
