US-Präsident Donald Trump hat eine Proklamation unter Section 338 des Tariff Act of 1930 unterzeichnet. Damit wird der Geltungsbereich der Zölle auf bestimmte kanadische Produkte erneut angepasst. Die Maßnahme verändert eine Regelung, die am 20. Juli 2026 angekündigt und am 8. September 2026 geändert worden war. Laut Weißem Haus soll sie Nachteile für den US-Handel ausgleichen, die durch Kanadas Behandlung amerikanischer Exporte entstünden.
Aus dem Zollumfang herausgenommen werden unter anderem Sperrholzplatten, bestimmte Papierprodukte, Maschinen und Kühlgeräte sowie Verpackungskisten und -kartons. Neu erfasst werden sollen stattdessen bestimmte Ventile, Teppiche und Abfallprodukte sowie weitere Waren. Die Ergänzungen und Streichungen treten nach Angaben des Weißen Hauses am 30. Oktober 2026 in Kraft.
Die Section-338-Zölle gelten laut Proklamation für alle erfassten Waren, unabhängig davon, ob sie ihren Ursprung im USMCA haben. Sie kommen zusätzlich zu Zöllen hinzu, die unter Section 232 des Trade Expansion Act of 1962 erhoben werden. Section 338 ermächtigt den Präsidenten nach Darstellung des Weißen Hauses, entsprechende Proklamationen auszusetzen, aufzuheben, zu ergänzen oder zu ändern, wenn er dies im öffentlichen Interesse für erforderlich hält.
Zur Begründung verweist das Weiße Haus auf kanadische Vergeltungszölle für US-Exporte im Umfang von rund 20 Milliarden US-Dollar und auf diskriminierende Handelspraktiken. Die US-Regierung beschreibt die Änderungen als Teil ihrer Maßnahmen zum Schutz amerikanischer Beschäftigter, Landwirtschaftsbetriebe und Unternehmen. Die Darstellung, dass Kanada den Handel mit den USA diskriminiere und die Zölle US-Wirtschaftsinteressen ausgleichen, stammt vom Weißen Haus.
