In seiner Rede zum Finance and Biodiversity Day bei COP17 rief Frank Elderson dazu auf, den Schutz der Natur stärker in die Umsetzung und in Investitionen zu überführen. Vier Jahre nach der Verabschiedung des Kunming-Montreal Global Biodiversity Framework seien die Fortschritte begrenzt, während sich die Natur weiter verschlechtere. Das Rahmenwerk beschreibt einen Weg zu einem Leben im Einklang mit der Natur bis 2050.
Elderson verwies auf die wirtschaftliche Bedeutung natürlicher Ressourcen und Ökosysteme. Wasser versorgt Fabriken und Landwirtschaft, gesunde Böden tragen zur Nahrungsmittelproduktion bei, und Wälder sowie Feuchtgebiete beeinflussen Dürren und Überschwemmungen. Die Weltbank schätzt, dass bis zu die Hälfte des weltweiten Bruttoinlandsprodukts von Biodiversität, Naturkapital und Ökosystemleistungen abhängt.
Nach Analysen der EZB sind 72 Prozent der Unternehmen im Euroraum auf mindestens eine Ökosystemleistung angewiesen. Zudem entfielen 75 Prozent der Unternehmenskredite im Euroraum auf Firmen mit einer hohen Abhängigkeit von mindestens einer solchen Leistung. Wenn Ökosysteme geschädigt werden, könnten Unternehmen laut Elderson mit höheren Kosten, geringerer Produktivität und Störungen in Lieferketten konfrontiert sein. Diese Folgen könnten sich über Unternehmen und deren Bilanzen bis in das Finanzsystem ausbreiten.
Als Beispiel nannte Elderson Wassermangel. Während eines von Hitze verschärften Dürresommers hätten Rhein, Loire, Po und Donau außergewöhnlich niedrige Pegel erreicht. Das habe unter anderem zur Abschaltung wichtiger Kernkraftwerke geführt, die Wasserkraft beeinträchtigt und Lieferketten gestört. Die Dürre habe auch zur Schwere von Waldbränden beigetragen. Elderson stellte Investitionen in den Schutz und die Wiederherstellung der Natur als Investitionen in wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit und künftigen Wohlstand dar. Die Rede fordert eine Beschleunigung der Maßnahmen; konkrete Schritte oder Beträge nannte der vorliegende Auszug nicht.
