Die britische Regierung hat angekündigt, die festen täglichen Grundgebühren auf Gasrechnungen abzuschaffen. Betroffen wären rund 23 Millionen Haushalte. Eine Grundgebühr fällt bislang unabhängig davon an, wie viel Gas verbraucht wird – auch bei einem Verbrauch von null kann sie daher anfallen. Die Regierung will die zuständige Regulierungsbehörde Ofgem mit der Umsetzung beauftragen.
Die Umstellung soll 2027 oder so bald wie möglich danach erfolgen. Bis Ende des kommenden Jahres sollen die bisher festen Kosten stattdessen in den Preis je verbrauchter Einheit einfließen. Die durchschnittliche Grundgebühr für einen typischen Haushalt beträgt nach Regierungsangaben 108 Pfund pro Jahr. Bei 60 Prozent der Haushalte mit Gasvertrag könnte die Änderung die Jahresrechnung im Durchschnitt um etwa 45 Pfund senken.
Die erwartete Ersparnis gilt nicht für alle. Haushalte, bei denen sich die Rechnung nicht automatisch verringert, sollen laut Regierung dennoch mehr Kontrolle über ihre Kosten erhalten, weil die feste Gebühr entfällt. Für eine kleine Zahl von Haushalten will die Regierung gezielte Ausgleichsmaßnahmen vorsehen; Einzelheiten dazu sollen später folgen.
Die Berechnung der möglichen Ersparnis stammt vom britischen Finanzministerium. Sie beruht auf dessen Verteilungsmodell und Daten der britischen Statistikbehörde ONS zu den Lebenshaltungskosten und Ausgaben aus den Jahren 2018/19, 2019/20 und 2022/23. Die Gas-Ausgaben wurden an die durchschnittlichen Gas-Verbrauchspreise und Grundgebühren von Ofgem für Oktober bis Dezember 2026 angepasst. Verhaltensänderungen der Haushalte sind in der Berechnung nicht berücksichtigt.
