Der Beschluss fiel am 3. November 2026. Sechs Mitglieder des Monetary Policy Board stimmten für die Erhöhung, drei wollten den Leitzins bei 4,60 Prozent belassen. Die RBA begründet die Straffung mit der Entwicklung der Inflation und den Risiken, dass sich höhere Inflationserwartungen festsetzen. Seit Jahresbeginn hat sie den Leitzins damit mehrfach angehoben; die vorliegenden Angaben nennen insgesamt fünf Erhöhungen in diesem Jahr.
Die Zentralbank erwartet, dass die Inflation im kommenden Jahr über 3 Prozent bleibt. Die Rückkehr an die Obergrenze des Zielbereichs von 2 bis 3 Prozent wird erst für Ende 2027 erwartet – etwa drei Quartale später als zuvor prognostiziert. Als Gründe für den höheren Inflationsdruck nennt die RBA unter anderem gestiegene Treibstoff- und Rohstoffpreise im Zusammenhang mit dem ungelösten Konflikt im Nahen Osten. Auch die heimischen Kapazitätsengpässe seien etwas stärker als zuvor eingeschätzt.
Zusätzlich treiben laut RBA Investitionen im Zusammenhang mit künstlicher Intelligenz die Preise technologiebezogener Güter. Viele Unternehmen berichteten von Kostendruck und erhöhten ihre Preise oder planten dies. Die Zentralbank sieht zudem Anzeichen dafür, dass höhere Treibstoffkosten auf weitere Waren und Dienstleistungen durchschlagen. Einige Messgrößen der Inflationserwartungen seien zuletzt gestiegen.
Gleichzeitig beschreibt die RBA eine abkühlende Wirtschaft: Das Wachstum lasse nach, die Wohnimmobilienpreise seien deutlich gefallen und die Arbeitslosenquote sei gestiegen. Die Prognosen gehen von weiter verlangsamtem Wachstum und einem stärkeren Anstieg der Arbeitslosigkeit aus als noch im August erwartet. Höhere Zinsen und sinkende Immobilienpreise und Umsätze dürften nach Einschätzung der Zentralbank den Wohnungsbau und den privaten Konsum belasten. Als Gegengewicht erwartet sie kurzfristig stärkere Unternehmensinvestitionen, auch in Rechenzentren.
